Am Balkan, dritte Reisestation

wien - Brigittenau - Gr”tzel

Brigittenau kulinarisch:

Cevapcici, dieses serbokroatische Wortungetüm, an dem selbst viele Balkanesen bei der richtigen Rechtschreibung scheitern. (Cevapcici oder doch Cevapcici?) können man nur in Sarajevo wirklich genießen, sagt meine - bereits in der Einleitung erwähnte - Schwiegermutter. Die Cevape, die man aber am Hannovermarkt erhält, wären "trotzdem OK". Die Bedohnung liegt am "trotzdem" und das "OK" spricht sie recht gedehnt aus. Fast hat man den Eindruck, dass zwischen dem betonten "trotzdem" und dem gedehnten "OK" noch ein "ziemlich" Platz hätte, dass sie aber - sie will es sich ja mit dem österreichischen Schwiegersohn nicht ganz verscherzen - nur in Gedanken mitspricht. Der Cevape-Standard sei zwar nicht der bosnisch - herzegowinische, aber - wie gesagt - "trotzdem OK".

Um nicht all zu viel Terrain zu verliehren, muss sie dann aber gleich nachsetzen: "Die Pita, die sie am Hannovermarkt anbieten! Diese Pita, die ist echt mies." Zuviel Teig, zu wenig Inhalt, so das vernichtende, schwiegermütterliche Urteil. Aber halb so schlimm, denn wirklich gute Pita erhalte man ohnehin nur zu Hause. Selbst gemachte natürlich. Und das was die hiesigen Türken unter dem Namen Burek anbieten, sei der größte Mist, der ihr je untergekommen sein. Es staube, sobald man reinbeisse.

Was die Süsswaren betrifft, ist sie auch sehr kritisch. Tolumben und Baklava gäbe es in einer Bäckerei in Mostar deutlich besser. Aber immerhin, es gibt Tolumben und Baklava. Und da die Bäckerei Gül rund um die Uhr geöffnet hat, sind sie sogar 24 Stunden am Tag verfügbar. Das gäbe es nicht ein Mal in Mostar, muss sie neidlos anerkennen.

 

 

 

home - reportagen - mail& impressum - shop - gästebuch - links - bosnien-dayton - gemeindebau